Pfauenziege

Spartenbetreuer

Christian Kirchner
Einöde 7
5741 Neukirchen

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Verantwortliche Organisation

Salzburger Landesverband für Schafe und Ziegen
Schwarzstraße 19
5024 Salzburg

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sz@lk-salzburg.at

Rassestandard

Die Bezeichnung „Pfau-“ leitet sich von „pfaven“ ab und bedeutet im Rätoromanischen „gefleckt“. Durch einen Schreibfehler wurde aus dem „V“ ein „U“. Die Pfauenziege kommt in einigen Alpenregionen Österreichs in autochthonen Reliktbeständen vor. Sie ist eine großrahmige, in beiden Geschlechtern gehörnte Bergziegenrasse mit typischem Exterieur und Geschlechtsmerkmalen.

Färbung: Die vordere Körperhälfte bis über das Schulterblatt ist hell (weiß) mit schwarzem Aalstrich, der sich im Nacken verbreitern kann. Die hintere Körperhälfte ist überwiegend schwarz, die Flanken sind hell, ebenso die Schwanzoberseite; der Aalstrich im dunklen Feld sollte hell sein.

Beine: Unterarm und Schenkelaußenseite sind hell, die Klauen und Stiefel schwarz; die Stiefel der Vorderextremität sind zumeist von einem nahezu ovalen hellen Fleck unterbrochen.

Das Babykleid von Kitzen ist oft deutlich heller, der weiße Flankenfleck oft noch nicht geschlossen. Insbesondere, wenn Rücken und Bauch schon beim Kitz dunkel sind, schließt sich diese Pigmentierung im Adultkleid über die Seiten bis auf die Flankenflecken.

Kopf: Blässe vom Hornansatz bis zum Maul; schwarze streifenförmige Augenflecken von der Hornbasis bis zum Maul verjüngend; Wangen hell mit schwarzen, sichelförmigen Wangenstrichen,
die sich in Richtung Mundwinkel verjüngen, diesen aber nicht erreichen müssen; Ohrinnenseite und Umgebung des Maules sind meist dunkel pigmentiert. Mit zunehmendem Alter und besonders im männlichen Geschlecht dunkelt nicht selten die Stirnblässe zu.

Die Scheckung der Pfauenziege wird dominant vererbt.

Haare fein und dicht, kurz bis mittellang. Besonders beim männlichen Geschlecht der Österreichischen Pfauenziegen ist neben dem Kinnbart ein längeres Haarkleid an Brust und Aalstrich häufig.

Zuchtziel

Gute Gesundheit, Fruchtbarkeit und Langlebigkeit; gute Wüchsigkeit, Geländegängigkeit und Futterverwertung. Färbung und Größe wie beschrieben; Form: Kopf edel und leicht; gehörnt. Körper harmonisch, robust, breit und tief, gut bemuskelte Schultern und Schenkel; Gliedmaßen sehnig und mittelstark, parallel gestellt, Gelenke trocken, Fesseln kräftig und mäßig entwickelt; Klauen hart und geschlossen, Gangart lebhaft, leicht und gerade; guter Wuchs und ausgesprochene Geschlechtsmerkmale Euter: drüsig, gleichmäßig entwickelt (gut ausgebildetes Voreuter), breit aufgehängt, Zitzen gut gestellt und angesetzt, mittlere Dicke und Länge; gute Milchleistung. Gute Muttereigenschaften.

Zuchtgeschichte und Verbreitung

Beschreibungen der Engadiner und der Prättigauer Ziege stimmen mit denen der Pfauenziege weitgehend überein. Ein Herr ANDEREGG beschreibt 1887 die Engadiner Ziege zwar in der Regel mit "halblangem" Haarkleid, es dürfte sich aber um die Vorläufer der heutigen Pfauenziege handeln (F. D. ALTMANN: unveröff. Manuskript ohne Literaturangabe). Die Tendenz, Ziegen aus hygienischen Gründen kurzhaarig zu züchten, ist ja auch bei anderen Rassen zu finden, obwohl das verlängerte Haarkleid gerade in den klimatischen Bedingungen der Hochalpen günstig ist. 1923 wurde die Pfauenziege zur Gämsfarbigen Gebirgsziege gezählt. Im Zuge der "Rassenbereinigung" von 1938, die auch vor der neutralen Schweiz nicht Halt machte, wurden Pfauenziegen als Varianten der Bündner Strahlenziege aufgefaßt. Diesem Umstand verdankt die Rasse ihr Fortbestehen in der Schweiz. Beispielsweise im Kanton Graubünden durften damals nur noch Gämsfarbige Gebirgsziegen und Bündner Strahlenziegen zur Zucht zugelassen werden. Alle anderen Lokalschläge oder Rassen wurden entweder als Farbvarianten einer dieser Rassen zugeordnet oder ausgemerzt. In den nachfolgenden Jahren blieben im Kanton Graubünden und im Prättigau nur noch wenige Zuchtgruppen der Pfauenziege erhalten. In den Kantonen Glarus, Uri, Schwyz und Tessin überlebten gar nur wenige Exemplare. Nach Blutuntersuchungen an Schweizer Pfauenziegen handelt es sich um eine eigenständige Rasse. Verwandtschaftliche Beziehung bestehen zur Bündner Strahlenziege und zur Nera Vercasca, in deren Herden man gerne Pfauenziegen als Leittiere eingesetzt hatte.

Aus Österreich sind so frühe Aufzeichnungen über Ziegenrassen nicht bekannt. Dennoch hatte die Ziegenzucht und -alpung noch Mitte des 20. Jahrhunderts einen weitaus höheren Stellenwert als heute: beispielsweise im Raurisertal, Hohe Tauern, Salzburg, betrug der Anteil gealpter Ziegen 1955 noch 13,5 %, heute beträgt er 3,7 %. Auf den Grasbergen des Pongau lag er 1952 im Durchschnitt bei 10,5 %, heute liegt er bei 1,9 %.

Ob die Pfauenziege ursprünglich auf die Schweiz beschränkt war, ist sehr zu bezweifeln! Einen Beleg für das Vorkommen von Pfauenziegen im Jahr 1933 in Salzburg bildet das Foto von der Steffialm auf dem Gaißstein in Hinterglemm, Salzburg. Einheimische Almbauern berichten von gemischtrassigen Bergziegenherden, bei denen die Scheckung der Pfauenziege eine übliche Erscheinung war. Diese Bergziegen wurden vor allem als Milchtiere zur Produktion von Pinzgauer Käse gehalten. Von einer damaligen Einfuhr etwa von Böcken konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Zum Decken wurden die Tiere innerhalb der Region getauscht. – Wo die Kennzeichnung der Herden als Eigentum keine Rolle spielte und auch keine besondere Leistungszucht betrieben wurde, findet man in der Regel Rassenmischung, die die Variationsbreite der jeweiligen Art widerspiegeln kann. Ob diese konkrete Herde auf der Steffialm aus früher reingezüchteten Tieren entstanden ist oder ein Beispiel der damals ortsüblichen Landziegen darstellt, kann heute nicht mehr eruiert werden.

Weitere Reste zum Teil phänotypisch reinrassiger Pfauenziegen können bis heute in der Steiermark, in Kärnten und in Tirol gefunden werden, die nach Angabe der örtlichen Bevölkerung „schon immer der Brauch“ waren. Von einer Verbindung zu Schweizer Pfauenziegen oder gar einer früheren Einfuhr wusste keiner von ihnen. Dafür, dass es bei uns reinrassige Bestände an Pfauenziegen gegeben haben muss, sprechen auch die noch heute gebräuchlichen, alten Lokalnamen in verschiedenen Regionen Österreichs, wie zum Beispiel „Stubaier Gansen“ oder die Stubaier Ziege in Tirol. In den Gebirgsgauen Salzburgs kennen alte Bergbauern immer noch die „Steirer Goaß“ aus ihrer Kindheit und meinen damit den Typ der Pfauenziege. Franz Mandl zeigt in seinem Almbuch aus dem Herzen Österreichs (2003) ein Foto von der steirischen Luseralm aus dem Jahr 1935, auf dem mehrere deutlich erkennbare Pfauenziegen zu sehen sind (Seite 268). Auch die umfangreiche Literatursammlung von Prof. Dr. Fritz Dietrich ALTMANN (Kranichfeld, BRD) enthält keine Angaben zu Importen dieser Tiere aus der Schweiz nach Österreich (mündl. Mitt. 1997).

In der Schweiz begann man erst 1989 mit einer regelmäßigen Erhaltungsarbeit an der Pfauenziege, als es nur noch verschwindend wenige reinrassige Exemplare gab. Die Pfauenziegen-Zuchtgemeinschaft wurde gegründet und heute ist ihr Ziel, die Anerkennung der Pfauenziege als Schweizer Rasse mit offizieller Herdbuchführung, erreicht.

Anfang der 90er Jahre wurde auch in Österreich das Interesse an der Erhaltung der Pfauenziege wach, zumal Mitglieder des VEGH als erste auf das Vorkommen alter Pfauenziegenbestände in Österreich hingewiesen hatten. Ab 1997 werden Österreichische Pfauenziegen herdebuchmäßig in fast allen Bundesländern gezüchtet.

Pfauenziegen in anderen Ländern

Gleich oder ähnlich gefärbte Ziegen kommen auch im Piemont und im Hochsavoyen der französischen Alpen vor. Solche Ziegen gelangten unter dem Namen French Alpine nach Nordamerika, wo derartige Bestände noch heute existieren. In Mexiko gibt es Ziegenpopulationen, die der als French Alpine Rassse nach Nordamerika gekommenen Pfauenziege sehr ähneln. Die heutigen Bestände von Pfauenziegen in Deutschland dürften ausschließlich auf Importe aus der Schweiz und aus Österreich zurückgehen, wobei aber nicht alle als Pfauenziegen bezeichneten Tieren auch deren Rassebeschreibung entsprechen. Österreichische Züchter holen sich gelegentlich auch aus Deutschland Böcke zur Blutauffrischung ihrer Herden. Die beschriebenen Populationen von Pfauenziegen teilen nicht nur deren charakteristische Mantelscheckung, sondern auch den Körperbau: mit eher breitem und tiefen Rahmen, stabilem Skelett, überwiegend guter Bemuskelung und sehnigen, geländegängigen Extremitäten entsprechen sie dem Bergziegentyp.

Einen ganz anderen Bautyp bei Auftreten ähnlich gescheckter Tiere verkörpern hingegen die Passeier-Gebirgsziegen Südtirols. Unter dieser "Rassebezeichnung" wurden unterschiedliche Rassen und Schläge von Gebirgsziegen zu einer Regionalgruppe zusammengefasst. U.a. findet man Kennzeichen der Pinzgauer Strahlenziege, der Blobe Ziege sowie der Pfauenziege. Neben einfärbig gezeichneten Tieren treten häufig Ziegen mit einer charakteristischen hell-dunklen Mantelzeichnung den sg. "Ganserten" auf, wobei die vordere Körperhälfte hell (weiß bis hellbraun) und die hintere Körperhälfte dunkel (braun bis schwarz) gefärbt ist. Die "Blobe-Ganserten" Ziegen mit weiß-grauer Mantelzeichnung sind der Rasse Blobe Ziege zuzuordnen und waren ursprünglich auch in Nordtiol verbreitet. Diese Farbvariante der Blobe Ziege dürfte auch für die charakteristische Mantelzeichnung bei den Passeier-Gebirgsziegen mitverantwortlich sein. Auch die Einkreuzung von Pfauenziegen könnte für das Auftreten dieser Färbungsvariante mit eine Rolle gespielt haben. Während ihr ursprünglicher Typ als von der Färbung unabhängige, großrahmige Ziege mit kräftigem Fundament beschrieben wird, sind die heutigen Passeier-Gebirgsziegen oder Camosciata delle Alpi oder Capra di montagna di Passiria eher mittelgroße bis kleine gedrungene Tiere. Die Behaarung ist kurz bis mittellang. Die Kopfform ist nicht so edel wie bei den meisten heimischen Bergziegenrassen, sondern breit und kurz mit meist konkavem Stirnprofil. Dieses typische Merkmal findet man auch bei der Blobe Ziege, die eine der Ausgangsrasse der Passeier-Gebirgsziegen bildete. Die zuständige Zuchtorganisation in St. Martin im Passeier führt ihre Herden u.a. auf Ungarische Tiere zurück. Der stämmige breite Körperbau, das sehr kräftige Fundament sowie das dichte Haarkleid mit viel Unterwolle dürften jedoch vielmehr auf einen sehr ursprünglichen Gebirgsziegentyp zurückgehen.

In Dalmazien soll ein mediterraner Typ der Pfauenziege seit je her bodenständig sein (SNEBERGER 1999), der die Rassebereinigung des kommunistischen Regimes vor allem auf den vorgelagerten Karstinseln überlebt hat. Er heißt dort nach der Region „Bukovica“ und zeigt bei gleicher Scharzweiß-Scheckung der Pfauenziege einen für die Mittelmeerrassen typischen, eher gedrungenen Körperbau mit Neigung zu längerer Behaarung.

Diese beiden Ziegenpopulationen besitzen zwar die Färbung der Pfauenziege, nicht aber Körperbau und Behaarung des Bergziegentyps. Es ist daher möglich, daß deren Mantel- oder Schabrackenscheckung unabhängig von den Pfauenziegen des Alpenraumes aufgetreten ist. Solches gilt beispielsweise für die Bulgarische Schraubenhörnige Langhaarziege als gesichert, von der D. F. ALTMANN 1968 eine 23köpfige Herde in den Thüringer Zoopark Erfurt brachte (unveröff. Manuskript).

Leistung/Wirtschaftlichkeit

Die Pfauenziege ist eine Mehrnutzungsrasse, was sich schon im Körperbau zeigt: ein trockenes Fundament mit harten Klauen gibt ihr Trittsicherheit selbst in steilem und felsigem Gelände. Ihr hoch angesetztes, straffes Euter vermindert die Verletzungsgefahr an Felskanten oder Gestrüpp. Sie zeichnet sich aus durch gute Bemuskelung und stabiles Skelett; sie ist gesund und widerstandsfähig, anpassungsfähig und hat ein gutes Sozialverhalten und gute Muttereigenschaften; sie hat gute Wüchsigkeit, ist fruchtbar und langlebig. Als guter Futterverwerter bei bescheidenen Futteransprüchen besitzt die Pfauenziege beste Voraussetzungen für Landschaftspflegeleistung.

Diese attraktive Ziegenrasse liefert gutes Fleisch und Häute, während die Milchmenge mit etwa 470 Litern im Jahr weniger interessant ist.

Erfahrungsberichte

Bergziegenrassen, wie die Pfauenziege, zeichnen sich durch drei Besonderheiten aus: durch das hohe Selektionsvermögen, durch die Aufnahme eines sehr großen Pflanzenspektrums und durch ihre außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit an proteinarme und rohfaserreiche Pflanzen. Nach FRENCH (1970) nehmen Ziegen 78 % des um sie herum vorhandenen Pflanzenartenspektrums auf. Die Beliebtheit von Futterpflanzen richtet sich immer nach dem Angebot und ist daher relativ: Auf Weideflächen, wo etwa Grauerlen die einzigen erreichbaren Laubgehölze sind, werden sie von Ziegen gerne verbissen oder geschält, kaum aber im Verband anderen und offensichtlich wohlschmeckenderen Laubfutterangebotes. Es gibt kaum eine krautige Pflanzenart, die von Ziegen nicht zumindest gelegentlich ausprobiert wird. Selbst den hoch giftigen Eisenhut kosten Ziegen ohne sichtbaren Schaden. Sogar die Trächtigkeit hindert Ziegen nicht daran, von der üblichen Menge an aufgenommenen Toxinen abzugehen, obwohl die Embryonen sensibel dafür sind (KNUBEL et al. 2004).
An vorderster Stelle in der Beliebtheit von Futterpflanzen bei Bergziegen stehen die Zwergstrauchheiden und Sträucher.

Zusammengefasst in die Hauptgruppen Gräser, Krautige, Zwergsträucher, Laubgehölze (Bäume und Sträucher) und Nadelbäume zeigt sich die Ausgewogenheit der von den Ziegen selbst gewählten Nahrung während der Almsaison: Krautige Nahrung, Zwergsträucher und Laubgehölze (Sträucher und Laubbäume) machen in etwa jeweils knapp ein Viertel der Gesamtnahrung aus; Gräser und Nadelbaumäsung zusammen überschreiten den vierten Teil geringfügig.

Für gleichmäßiges Abweiden von Wiesenvegetation ohne Laubgehölze sind Ziegen deutlich schlechter geeignet als Rinder oder Schafe: bei freiem Weidegang verweilen sie nie lange bei derselben Pflanzenart, sondern wechseln schon nach wenigen Bissen zur nächsten. Dass die Bissengröße bei der Aufnahme von Buschvegetation größer sei als beim Beweiden von Kräutern (PAPACHRISTOU & NASTIS 1992) konnte nach eigenen Beobachtungen nur dort bestätigt werden, wo die Wiesenvegetation schon vorher von Rindern stark abgeweidet worden war. Von ausgewachsenen krautigen Wiesenpflanzen reißen Ziegen etwa gleich lange Stücke ab, wie von Sträuchern. Ziegen suchen auf Wiesen am liebsten solche Stellen auf, wo sie nicht bis zum Boden fressen müssen – das unterscheidet sie gravierend von Schafen, die immer wieder auf einmal abgefressene, nachwachsende Gräser zurückkehren. Auf Futterwiesen gelten Ziegen daher zu recht als verschwenderisch. Dies ist bei heimischen Laubgehölzen nicht der Fall: um solche zu erreichen, können Ziegen überraschend erfinderisch sein, was sie dort zur Landschaftspflege prädestiniert, wo geschwendet werden soll.

Eignung und Haltung

Die Pfauenziege eignet sich besonders gut für Mutterziegenhaltung in der Landschaftspflege. Nach einer Untersuchung an gealpten Bergziegenherden (WALLNER 2004) zeigt deren Tagesaktivität eine deutliche Talwärtsbewegung am Vormittag sowie abends in die entgegen gesetzte Richtung. Zu analogen Ergebnissen kam die Beobachtung an lokalen Rassen von Ziegen in Nordtunesien, die anstatt horizontal über die Berge rund um einen Leuchtturm zu wandern, ihre täglichen Weidetouren vertikal zum Meer hinunter und wieder zurück nahmen (SCHEURMANN et al. 1980). Diesem Bedürfnis nach vertikaler Ortsveränderung sollten Verlauf und Ausmaß der Weidegebiete – ob mit oder ohne Zaun – womöglich Rechnung tragen. Die Tagesroute heimischer Bergziegen beträgt bei freiem Weidegang kaum über einen Kilometer, liegt aber meist darunter. Gealpte Ziegen sind grundsätzlich standorttreu, wenn ihr Lebensraum über die nötige Infrastruktur verfügt. Hierzu gehört neben dem Zwergstrauchheiden, Laubgehölze und Almweidevegetation umfassenden Futterangebot vor allem ein geeigneter Schlafplatz, der Unterstand und Überblick in einem bietet. Mit einem künstlichen Attraktivitätszentrum etwa in Form eines halboffenen Unterstandes und einer regelmäßig beschickten Leckstelle lassen sich die Tiere im Weidegebiet jedenfalls gut eingewöhnen.

Literatur

  • ARBENZ, M. (1996): Die Pfauenziege. – In: Schweizer Ziegen, U. Weiss Hrsg., Bisikon: 84-95.
  • FRENCH, M. H. (1970): Observations on the goat. – FAO Food and Agriculture Organization of the United Nations, Rom.
  • KNUBEL, B. F. R., K. E. PANTER & F. D. PROVENZA (2004): Pregnancy in goats does not influ-ence intake of novel or familiar foods with or without toxins. – Applied Animal Behav-iour Science, Vol. 85, 3-4: 293-305.
  • MANDL, F. (2003): Almen im Herzen Österreichs. – ANISA, Haus i. E., Österreich.
  • PAPACHRISTOU, T. G. & A. S. NASTIS (1992): Feeding behaviour of goats in relation to shrub density and season of grazing in Greece. – World Rev. Anim. Proc. 27/ 2: 68-71.
  • PORTER, V. (1996): Goats of the World. – Farming Press, New York.
  • PRO SPECIE RARA (1995): Landwirtschaftliche Genressourcen der Alpen. – Bristol-Schriftenreihe Band 4, Schaan.
  • SAMBRAUS, H.-H. (1994): Gefährdete Nutztierrassen. – Ulmer Verlag Stuttgart.
  • SAMBRAUS, H.-H. (1996): Atlas der Nutztierrassen. – Ulmer Verlag Stuttgart.
  • SCHEURMANN, E., MATHIAS, E. & GIEBLER, D., 1980: Untersuchungen über das Weideverhalten von Ziegen in Nordtunesien. – Giessener Beiträge zur Entwicklungsforschung Reihe II, Band 4, Tropeninstitut Giessen: 71 S.
  • SNEBERGER, N. (1999): The tragedy of the Bukovica goat. – The goat farmer, May/June 1999: 16-18.
  • WALLNER, R. M. (2004): Alte Rassen Ziegen und Schafe. - Forschungsendbericht im Auftrag von Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Wien und Land Salzburg.
  • WALLNER, R. M. (2006): Zur Funktion der Hausziege im Bergweide-Ökokomplex. – Sauteria 14: 223-239.