


Die Puten sind über Spanien Mitte des 16.Jahrhunderts nach ganz Europa gelangt. Sie stammen vorwiegend aus der Umgegend von Mexiko, wo auch heute noch verbreitet wild leben. Nachdem sie sich von Spanien aus verbreitet hatten, wobei sie in Deutschland und Österreich - im Gegensatz zu England oder Frankreich - weniger Interesse fanden, wurden vorwiegend nur 6 Farbschläge gezüchtet: 1) schwarze, 2) bronzene, 3) weiße, 4) blaue, 5) gelbe und 6) belgische Ronquirre, die wiederum in den Farben rot, kupfer und bourbon vorkommen.
Aus letzteren wurde vom Begründer der ersten staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Geflügelzucht in Halle/Cröllwitz, A.Beck, um 1910 die Cröllwitzer Pute herausgezüchtet. Ausgangstiere waren Kupferputen und belgische Ronquirre, weil sie dem Züchter aus Gründen der Größe, Wirtschaftlichkeit und Fleischqualität besonders wertvoll erschienen.
Ihren ersten Höhepunkt erlebte die neue Rasse anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des SV deutscher Putenzüchter im Jahre 1932. Damals erhielten sie auch den Namen „Cröllwitzer Puten“, bis dahin wurden sie schlicht als „Gescheckte“ bezeichnet. Seit dieser Zeit erfreuten sie sich vor allem in Deutschland, wo sie auch heute bei Sportzüchtern noch gelegentlich anzutreffen sind, großer Beliebtheit. In Österreich sind sie sehr selten. Da aber die Wirtschaftshaltung ihr Tiermaterial zur Gänze aus den Hybridzüchtungen der einschlägigen Konzerne bezieht, ist ihre langfristige Erhaltung durchaus nicht sichergestellt. | Da aber die Wirtschaftshaltung ihr Tiermaterial zur Gänze aus den Hybridzüchtungen der einschlägigen Konzerne bezieht, ist ihre langfristige Erhaltung durchaus nicht sichergestellt. | | | Gelb im Gefieder oder matte graue Bänder an den Federenden sind fehlerhaft. Bei den Jungtieren sollte das schwarze Federband nur zart vorhanden sein, sowie Oberbrust und Nacken fast weiß bleiben, denn Cröllwitzer dunkeln 2-3 Jahre nach.
Ihr Gewicht beträgt beim Hahn zwischen 6-8 kg, bei der Henne zwischen 4-5 kg. Damit zählen sie unter den heute gehaltenen Putenrassen zu den leichten.
Dank ihres geringen Gewichtes sind Cröllwitzer ohne Ausnahme hervorragende Brüter. Es ist bekannt, dass die heutigen Hybridputen gar nicht mehr in der Lage sind zu brüten, weil sie mit ihrem extrem hohen Gewicht die Eier zerdrücken. Weiters sind Cröllwitzer fürsorgliche Mütter, die sich sogar als Zieh- und Pflegemütter gut eignen.
Hervorzuheben ist auch ihre robuste, wetterfeste Natur, die sie bestens für Freilandhaltung in kleinen Betrieben geeignet macht.




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