Aufgaben

Wir arbeiten für die landwirtschaftliche Artenvielfalt durch die Erhaltung seltener Nutztierrassen!

Österreich und Südtirol verfügen nicht nur über eine sehr vielfältige Kultur- und Naturlandschaft, sondern auch eine Vielzahl an alten landwirtschaftlichen Haus- und Nutztierrassen. Durch jahrhundertelange züchterische Selektion und Anpassung entstand eine große Vielfalt spezialisierter Rassen mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten. Durch die Forcierung hochspezialisierter Leistungsrassen ist diese Rassenvielfalt jedoch drastisch zurückgegangen.

Einige engagierte Züchter erkannten diese Entwicklung und gründeten 1986 den VEGH (Verein zur Erhaltung gefährdeter Haustierrassen), die jetzige ARCHE Austria.

Der gemeinnützige Verein ARCHE Austria hat sich zum Ziel gesetzt, dieses alte Kulturgut zu erhalten und das Thema einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Gemeinsam mit der ÖNGENE (Österreichische Nationalvereinigung für Genreserven) und den einzelnen Verantwortlichen Zuchtverbänden versuchen wir die Vielfalt an Rassen bzw. Genen zu erhalten. Dieser guten Zusammenarbeit verdanken wir die heutige noch erhaltene Rassenvielfalt.

Als Verein zur Erhaltung seltener Nutztierrassen betreuen wir mit unseren 40 ARCHE Höfen, 2 ARCHE Almen, einem ARCHE Park und vielen engagierten Züchtern über 40 seltene Haus- und Nutztierrassen in Österreich. Finanziert wird der gemeinnützige Verein über Mitgliedsbeiträge, Verkauf von Abonnements, Spenden und vor allem über Projekte, die wir selbst initiieren oder an denen wir mitarbeiten.

Um die Bevölkerung über die Problematik gefährdeter Nutztierrassen aufzuklären, erscheint vierteljährlich die Vereinszeitschrift "ARCHE – Zeitung für Vielfalt", welche Österreichweit, sowie ins benachbarte Ausland an Mitglieder, Interessenten, öffentliche Institutionen, Medien etc. versandt wird. Es werden auch Fachvorträge, Tierschauen und Ausstellungen in ganz Österreich organisiert, um Interessenten über unsere Arbeit zu informieren.

Wollschweine und Turopolje – die Freilandschweine

Für die beiden hochgefährdeten Schweinerassen Mangaliza und Turopolje ist die ARCHE Austria die anerkannte Verantwortliche Organisation (Zuchtverband).

Das Mangaliza, landläufig als Wollschwein bezeichnet, und das Turopolje Schwein gehören zu den letzten europäischen Landschweinerassen, die noch mit den verschiedenen Umweltfaktoren umgehen können. Sie sind sehr robust, resistent gegenüber Kälte und allen üblichen Schweinekrankheiten. Sie kennen keine Stresszustände und stellen geringe Ansprüche an Haltung und Fütterung. Ganzjährige Haltung im Freien ist problemlos möglich.

Sie sind spätreife Rassen, die mit zwei Jahren ausgewachsen sind und bringen in zwei Jahren drei Würfe zu je vier bis sechs Ferkel. Wichtig ist, den Tieren eine artgemäße Haltung (Freilandhaltung) zu bieten, denn so können sie ihre wahre Leistung (sehr gute Raufutterverwerter, Langlebigkeit, usw.) entfalten.
Somit eignen sich diese Rassen besonders für eine extensive Weidehaltung und die biologische Landwirtschaft und bieten damit gute Zuerwerbsmöglichkeiten für extensiv wirtschaftende Betriebe.

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Seltene Nutztierrassen – eine echte Alternative!

Durch die Zuchtarbeit unserer Vorfahren ist über Jahrhunderte eine große Vielzahl an unterschiedlichen Nutztierrassen entstanden. Aufgrund der Selektion spezieller Eigenschaften gelang im Alpenraum eine optimale Anpassung an unterschiedliche Haltungsbedingungen und Nutzungsformen. Neben der züchterischen Beeinflussung der rassespezifischen Eigenschaften wie Robustheit, Genügsamkeit oder Trittsicherheit wurde auch die ästhetische Vielfalt an Formen und Farben gezielt gesteuert.

Erst in der jüngsten Vergangenheit forcierte der Strukturwandel in der Landwirtschaft einige wenige hochspezialisierte Leistungsrassen in der tierischen Produktion.

Heute besinnt man sich zum Glück wieder der besonderen Qualitäten heimischer Nutztierrassen. Genügsamkeit sowie Robustheit sind wieder gefragt. Die besondere Anpassung an die Berglandwirtschaft sowie die hohe Qualität von Fleisch und Milch ist ein wesentlicher Vorteil dieser Rassen.

Der Erhaltung der genetischen Vielfalt kommt, ebenso wie der Erhaltungszucht, eine besondere kulturelle Bedeutung zu. Verloren gegangene genetische Vielfalt ist für immer verloren und unwiederbringlich! Zusätzlich sind gefährdete Rassen für die Offenhaltung von Flächen für Tourismus und Naturschutz geradezu prädestiniert.

Wozu alte Nutztierrassen züchten?

  • Hochwertige Lebensmittel – Beitrag zur gesunden Ernährung der Menschen
  • Bewahrung von Tradition
  • Identitätsstiftend
  • Erhaltung von Genressourcen (unerschöpfliches genetisches Potential)
  • Basis für künftige züchterische Fortschritte
  • Umwelteignung, Klimaverträglichkeit, Krankheitsresistenz
  • Mögliche Strategie bzw. Alternativen für kleinstrukturierte, extensive Landwirtschaft