


Das Pinzgauer Rind hat sich aus den rotscheckigen Bajuwarenrindern und den einfärbigen (braunen, grauen oder semmelgelben) Slawenrindern entwickelt und war ursprünglich ein Dreinutzungsrind (Fleisch, Milch und Arbeit). Der Name leitet sich vom im Bundesland Salzburg gelegenen Bezirk „Pinzgau“ ab. Die Farbe ist hell (Mölltaler Typ) bis dunkelbraun (Salzburger Typ) mit breitem weißen Streifen, der über den Rücken und die Hinterseite der Oberschenkel läuft und Bauch und Unterbrust einnimmt. Eine Besonderheit sind die schwarz-weiß gefärbten Typen sowie die genetisch hornlosen „Jochberger Hummeln“. Die durchschnittliche Jahresmilchmenge liegt heute bei fast 6000 kg mit 4,1 % Fett und 3,3 % Eiweiß, die Melkbarkeit ist sehr gut. Pinzgauer Rinder haben ein ausgezeichnetes feinfasriges Fleisch, tägliche Zunahmen von 1300 g in der Stiermast (mit rund 58% Ausschlachtungsgrad) weisen auf die gute Mastfähigkeit hin. Bereits 1820 wurden die ersten Tiere dieser Rasse nach Osteuropa exportiert, und heute werden in 25 Staaten weltweit etwa 1,3 Millionen Pinzgauer gehalten. Der Bestand an reinrassigen Tieren ist jedoch in den letzten hundert Jahren von ehemals 85 000 dramatisch zurückgegangen. Der drastische Rückgang der Bestandszahlen und die Aufgabe der Reinzucht sind auf mehrere Faktoren rückführbar: Das sehr feinfasrige Fleisch des Pinzgauerrinds nimmt bei der Wursterzeugung weniger Wasser auf, als das grobfasrige anderer Rassen. Vor allem der italienische Verarbeiter orientiert sich an dieser Tatsache. Die Bezahlung für grobfasriges Fleisch ist deshalb höher, was die Pinzgauerzucht schwer schädigte. Viele Betriebe haben deshalb auf andere Rassen umgestellt.
Heute schätzt man es v.a. wegen seiner vorzüglichen Milchqualität, sie eignet sich aufgrund der Inhaltstoffe und des hohen Fettgehaltes besonders zur Käseerzeugung und wegen der schon legendären Fleischqualität. Viele Preise wie z.B. die Goldmedaille bei der Royal Easter Show 2000 in Australien, oder einer der Sieger bei der Fleischrinderschau in Österreich 2000, oder wissenschaftliche Untersuchungen der TU München (Fleckvieh, Angus, Pinzgauer u.a.), wo das Fleisch der Pinzgauer am besten abgeschnitten hat, oder einfach auch das Wissen der Kenner, so wurde früher für die Ochsenbratereien am Oktoberfest immer Pinzgauer Ochsen verwendet (Quelle: Prof. Dr.med.vet.Dr.rer.nat. Hans Hinrich Sambraus TU München), stellen die besondere Qualität und Geschmack des Fleisches von Pinzgauer Rindern unter Beweis. Durch das Einkreuzen von Red Holstein zur Hebung der Milchleistung, ist das ursprüngliche Rind markant verändert worden. Dennoch sind bis heute in Österreich umfassende Reinzuchtbestände geblieben, die vor allem von der Arbeitsgemeinschaft der Pinzgauer Rinderzuchtverbände, Dorf 96, A-5751 Maishofen betreut werden.




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