Pustertaler Sprinzen

Spartenbetreuer

ARCHE Hof Auerbauer
Thomas Strubreiter
Scheffau 25a
5440 Scheffau

0664/38 19 446
michaela.dufter@gmx.at

Verantwortliche Organisation

Rinderzuchtverband Tirol
Brixner Straße 1
6021 Innsbruck

059292 1843
christian.moser@lk-tirol.at
www.rinderzucht-tirol.at

Rassestandard

Eine Pustertaler Sprinzen Kuh sollte 130 - 140 cm im Widerrist groß sein, eine guten Rumpf und feinen Knochenbau, trockene Fundamente mit korrekten Körperverbindungen und gesunden Klauen besitzen. Die Tiere sind rot, oder schwarz mit einem vorwiegend weiß gefärbten Kopf. Ohren sowie Umgebung von Flotzmaul und Augen sind pigmentiert. Der übrige Teil des Kopfes ist mehr oder weniger stark mit Farbtupfen (Sprinzen) versehen. Die Tiere sind an den Körperseiten gefärbt, die durch einen weißen Streifen getrennt sind. Bei den Übergängen von Farb- zu Weißfärbung ebenfalls mehr oder weniger stark ausgeprägte Farbtupfen. Die Farbausprägung kann sehr gering sein (fast weiße Tiere) bis stark gedeckt. Aus diesem Grund werden sie Pustertaler Sprinzen genannt.

Verbreitung

In Österreich halten ca. 80 Bauern rund 400 Sprinzenrinder. Mittlerweile gibt es Züchter in den Bundesländern Tirol, Salzburg, Kärnten, Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien. Pustertaler Sprinzen werden auch im Alpenzoo in Innsbruck und im Tiergarten Schönbrunn in Wien gehalten. Fast alle Tiere werden in der Mutterkuhhaltung gehalten. Das Generhaltungsprogramm der Pustertaler Sprinzen wurde in Österreich 1999 gestartet. Schon seit längerem gibt es ein derartiges Programm auch in Südtirol, wo mittlerweile ebenfalls ca. 400 Sprinzenrinder registriert sind.

Zuchtgeschichte

Ursprünglich beheimatet waren die Pustertaler Sprinzen im gleichnamigen Tal in Süd- und Osttirol. Man nimmt an, daß sie aus der Einkreuzung von Tuxerrindern mit den südlich der Zentralalpen beheimateten gelbroten und rotweißen Schlägen entstanden sind. Die Bezeichnung Sprinzen wurde deshalb gewählt, da die Regionen zwischen Weiß- und Rot-, Braun- bzw. Schwarzfärbung aussehen, als seien sie mit Farbe bespritzt. Zur Zeit der k.k.-Monarchie wurden die Pustertaler als beste Rinderrasse bezeichnet. Durch den Ersten Weltkrieg und den Anschluß Südtirols an Italien kam der Viehhandel nach Wien völlig zum Erliegen. Um 1927 zählte die Rasse noch 8.000 bis 10.000 Stück, die sich jedoch bald drastisch senkte. Die ersten Pustertaler Sprinzen wurden von Josef Wechselberger aus Gerlosberg um 1998 von Südtirol nach Tirol importiert. Schon 1999 wurde ein Generhaltungsprogramm für die Rasse in Österreich gestartet.

Leistungsdaten

Daten aus dem Jahresabschluss der Fleischleistungskontrolle 2008:

  • Geburtsgewichte (ml/wbl): 56/52 kg
  • 200-Tage-Gewicht (ml/wbl): 259/239 kg
  • 200-Tage tgl. Zunahmen (ml/wbl): 1.080/992 Gramm
  • 365-Tage-Gewicht (ml/wbl): 415/334 kg
  • 365-Tage tgl. Zunahmen(ml/wbl): 1.007/804 Gramm

Vermarktung

Die Vermarktung wird vorwiegend Abhof durchgeführt. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit der Vermarktung oder des Ankaufes von Tieres über die Tierbörse des Rinderzuchtverbandes Tirol auf www.rinderzucht-tirol.at. Für Anfragen aller Art steht das Team des Rinderzuchtverbandes Tirol gerne bereit.

Erfahrungsberichte

Sehr geschätzt wird die Pustertaler Sprinzenrasse in der Fleischrinderproduktion. Aufgrund ihrer ausgezeichneten Fleischqualität und Mastfähigkeit werden sie gerne eingesetzt in der Gebrauchskreuzung. So gibt es Markenfleischprogramm auf Basis der Gebrauchskreuzung mit Pustertaler Sprinzen. Sprinzen entpuppen sich auch immer mehr zum Exportschlager. Sprinzensperma wurde schon nach Südafrika und Mittel- und Südamerika exportiert, um dort in Kreuzungsprogrammen eingesetzt zu werden.

Literatur

  • "Rinderrassen" - Wilckens 1876
  • "Die oesterreichischen Rinder-Racen" - k.k. Regierungsrat Professor Ferdinand Kaltenegger 1879
  • "PUSTERTALER eine bodenständige Rinderrasse" - Dr. Hugo Valentin 2004