


Krainer Steinschaf - Bovska Ovca – La Razza Ovina Plazzana
Das Krainer Steinschaf war einst im Dreiländereck Kärnten, Slowenien und Friaul weit verbreitet, wo es als Milchschaf zur Milch- und Käsegewinnung gehalten wurde.
Um die Milchleistung zu steigern wurde das Krainer Steinschaf in Slowenien ab den 1960er Jahren verstärkt mit dem Ostfriesischen Milchschaf gekreuzt.
In einigen Gebieten ist es jedoch in seiner Reinform erhalten geblieben, wie etwa in den slowenischen Alpen im Gebiet des Triglav-Nationalparks. Dort wurden 1986 noch reinrassige Schafe gefunden, von denen einige 1988 und 1991 nach Österreich importiert wurden. 1992 erfolgte die Anlegung eines Herdebuchs.
Seit 1995 ist das Krainer Steinschaf als „hochgefährdet“ im Öpul Programm anerkannt und wird als „Seltene Nutztierrasse“ gefördert.
Wurde die Zucht in den Anfängen mit nur wenig mehr als 30 weiblichen Tieren und sechs unverwandten Widderlinien auf fünfzehn Höfen gestartet, so züchteten 2010 über 70 Betriebe.
Die Population der weiblichen Zuchttiere ist auf ca. 2.400 gestiegen und zum Verpaaren stehen knapp 130 Widder aus neun verschiedenen Linien zur Verfügung.
Slow Food international zeichnete das Krainer Steinschaf 2009 mit dem Titel Arche Produkt aus. Damit wurde anerkannt, dass das Krainer Steinschaf eine ursprüngliche, regionale, gefährdete und schützenswerte Schafrasse ist.
Merkmale des Krainer Steinschafes
Das Krainer Steinschaf ist mittelgroß, feingliedrig, mit geradem Nasenprofil und kurzen waagrecht stehenden Ohren. Die grobe Mischwolle ist überwiegend weiß und schwarzbraun, graue und gescheckte Färbungen sind seltener. Gesicht und Beine sind unbewollt, der Schwanz hingegen muss bewollt sein.
Die Tiere sind meist hornlos, nur ca. 10 % der Schafe und Widder tragen Hörner.
Die Schafe erreichen ein Gewicht von 50-60 kg, Widder 70-80 kg.
Das Krainer Steinschaf ist traditionell ein Milchschaf mit asaisonalem Brunftzyklus. Die durchschnittliche Milchleistung liegt zwischen 300 l und 500 l.
Durch die hervorragenden Muttereigenschaften sind die Tiere auch für die reine Mutterschafhaltung sehr gut geeignet.
Drei Ablammungen in zwei Jahren sind möglich, Zwillinge sind häufig.
Das ideale Erstablammalter liegt bei 16-18 Monaten.
Krainer Steinschafe sind robust, stresstolerant, krankheitsresistent, marschfähig und genügsam. Der Herdentrieb ist stark ausgeprägt. Sie sind gute Futterverwerter, für trockene Gebiete bestens geeignet und kommen mit rauem Klima gut zurecht.
Das feinfaserige, fettarme Fleisch ist von besonderer Qualität, es besitzt ein äußert dezentes, feinwürziges Aroma und weist bedingt durch hochwertiges Futter - nur Gras bzw. Heu - und die besonderen Haltungsbedingungen – Weide sobald und solange es die Vegetation erlaubt - einen hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren auf.
Durch ihre Genetik sind diese Schafe für die intensive Mast nicht geeignet, vielmehr entwickeln sie ihre besondere Fleischqualität bei langsamem Wachstum in extensiver Weidehaltung.
Sie erbringen dem Bauern noch Erträge aus Wiesen, auf denen Hochleistungsrassen nicht mehr erfolgreich gehalten werden können.
Zucht des Krainer Steinschafes
Ziel
Es wird nicht auf einseitige Leistung selektiert, vielmehr soll die breite Vielfalt der Eigenschaften wie: Fitness, Reproduktionsfähigkeit, Muttereigenschaften, Genügsamkeit, der feine Charakter sowie die Eignung zur asaisonalen Milchproduktion erhalten werden
Technik
Die Tiere werden im Generhaltungsprogramm gezüchtet. Ziel dabei ist es durch die optimale Verpaarung die Inzuchtsrate der Nachkommen unter 5 % zu halten. Dies wird erreicht, in dem die genetische Vielfalt der Mutter- und der Vaterlinien zum Einsatz kommt.
Die Züchter werden dabei durch Anpaarungsempfehlungen, die mit einem Computerprogramm errechnet werden, unterstützt.
Alle weiblichen und männlichen Zuchttiere sind mit Ohrmarken gekennzeichnet und verfügen über einen Abstammungsnachweis mit fünf Generationen.
Alle Jungwidder, die in die Zucht aufgenommen werden sollen, werden einmal im Jahr auf der Zentralwidderkörung einer Zuchtkommission vorstellt.
Anhand der Merkmale von Typ, Rahmen, Form, Fundament und Wolle wird ihre Zuchttauglichkeit überprüft.
Werden sie in den Widderpool aufgenommen, wird ihre Abstammung noch durch eine Gewebeprobe überprüft.
Auch ihre Mütter unterliegen einer Abstammungskontrolle durch eine Gewebeprobe.
Die Zuchtaufnahme der weiblichen Tiere erfolgt unter denselben Kriterien, aber ohne Gewebeprobe am Betrieb des Züchters.
Auch unterliegt ein Zuchtbetrieb diversen Gesundheitsuntersuchungen.
weiterführende und aktuelle Informationen unter www.krainersteinschaf.at

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