Steirische Scheckenziege

Spartenbetreuerin

Regina Mittmannsgruber

Unterarzing 9
4294 St. Leonhard bei Freistadt

0676 / 96 46 745

office@biohof-mittmannsgruber.at

Verantwortliche Organisation

Steirischer Schaf- und Ziegenzuchtverband eGen
Industriepark-West 7
8772 Traboch

03833/20070-34
schafe-ziegen@lk-stmk.at

www.schafe-stmk-ziegen.at

Rassestandard

Die Steirische Scheckenziege ist mittel- bis großrahmig, harmonisch in Breite und Tiefe mit straffer Oberlinie und mit einem nicht zu stark abfallenden Becken. Die Gelenke sind trocken, die Fessel kräftig und mäßig gewinkelt. Die Klauen sind hart und geschlossen. Der Gang ist lebhaft und gerade, die Geschlechtsmerkmale sind deutlich ausgeprägt. Der Kopf des Bockes soll rassetypisch männlich, jener der Ziege edel und leicht sein. Die Steirische Scheckenziege ist entweder braun- schwarz- weiß, schwarz-weiß oder braun-weiß gescheckt. Das Braun kann hell- oder dunkel sein. Die Scheckung soll sich idealerweise scharf vom umgebenden Weiß abgrenzen. Der Kopf weist meist eine durchgehende Blesse auf. Totale Weißköpfe gelten als untypische Abweichung.

Der Körper ist möglichst großflächig gescheckt, wobei die Weißzeichnung häufig den vorhandenen Aalstrich durchbricht. In einigen Fällen zeigen sich die Tiere mit einem breiten Brustgurt. Bei diesen Tieren ist ein schwarzer Kopf mit weißem Stern erlaubt. Die Beine sind weiß und schwarz aber auch braun gestiefelt. Das Haarkleid ist kurz und meist ohne Behang. Die Steirische Scheckenziege ist eine typische Berglandrasse, überwiegend gehörnt. Jedoch können sowohl weibliche als auch männliche Tiere hornlos sein. Bei der Verpaarung hornloser Tiere, steigt die Wahrscheinlichkeit zwittriger Kitze. Fallweise Versuche, eine hornlose Variante herauszuzüchten, sind an dieser Tatsache gescheitert.

Denn  ̶  angestrebt wird eine fruchtbare, widerstandsfähige und langlebige Ziege mit guter Wirtschaftlichkeit aufgrund hoher Aufzuchtsleistung und guten Muttereigenschaften. Ein möglichst gleichmäßig entwickeltes Bauch- und Schenkeleuter, welches gut aufgehängt ist und mit guter Milchleistung. Die Zitzen sind nicht zu groß und nicht zu klein, denn die Steirische Scheckenziege soll auch gut von Hand melkbar sein. Sie ist trittsicher und gebirgsgängig. Beim Bock reichen die deutlich ausgeprägten Hoden nicht unter die Sprunggelenkshöhe.

Verbreitung

Das Stammland der Steirischen Scheckenziege ist ursprünglich die Südsteiermark sowie das Berggebiet rund um Graz. Sie ist eine typische autochthone Berglandrasse die aus Landschlägen der Region herausgezüchtet wurde. Wie weit es früher Einkreuzungen mit Slowenischen und Salzburger Scheckenziegen gegeben hat, ist schwer festzustellen.

In Österreich gab es mit Stand 12/2008 20 Züchter, davon mehr als 50 % in der Steiermark. Der Herdebuchstand betrug insgesamt 330 Zuchttiere (davon 274 Ziegen und 56 Böcke).

Die positive Entwicklung der letzten Jahre zeigt sich auch in den folgenden Daten (Stand März 2026, ÖBSZ):

Zuchtbetriebe: 101

gekörte Böcke: 72

weibliche Herdebuchtiere: 623

Zuchtgeschichte

Die Zuchtgeschichte der Steirischen Scheckenziege ist hauptsächlich auf Hr. Vinzenz Krobath zurückzuführen. Geboren 1946, hat er als Kind schon immer die scheckigen Ziegen seiner Gegend bewundert. Fast jeder kleine Betrieb hatte in dieser Zeit seine Ziegen, die sogenannte Eisenbahnerkuh, die Ziegen von Häuslern, Bahnwächtern und Kleinbesitzern.

Diese Ziegen waren überall im ländlichen Raum in dieser scheckigen Form verteilt. Ungefähr in den Jahren 1975-1980 gründete Herr Krobath mit einigen Bauern zusammen den ersten Ziegenzuchtverband, der damals das Ziel bzw. das Anliegen hatte, alle herkömmlichen, sogenannten Landziegen, auszumerzen und mit importierten Ziegen, welche Stammscheine besaßen, zu ersetzen. Darunter waren Toggenburger, weiße und bunte Edelziegen aus Deutschland und der Schweiz. Die Züchter mussten jedoch zum Teil feststellen, dass unsere Landziegen auch nicht schlechter in der Leistung waren, als die zugekauften Tiere. Jedoch hatten die Landziegen keine Stammscheine, sie waren noch nicht in einem Herdebuch erfasst.

Dann lernte Herr Krobath Herrn Mag. Prinz aus der Tullner Gegend kennen, welcher genauso ein Fan von der Erhaltung vom Aussterben bedrohter Haustierrassen war. Auf Grund dieser Begegnung kamen kurz darauf Wollschweine und weiße Altsteirer Hühner in seinen Stall. Von da an begann Herr Krobath auch die Scheckigen, sogenannten Landziegen, selber zu züchten. Wo immer er konnte und Landziegen sah bzw. jemand welche zu verkaufen hatte, begann er diese zu kaufen um damit zu züchten.

Herr Krobath nannte diesen Landziegenschlag ,,Steirische Scheckenziege“. Um die Jahrhundertwende, seit ca.1998, wurde die Rasse „Steirische Scheckenziege“ anerkannt. Das Herdebuch für diese Rasse wird seit dem ersten Tag an vom Steirischen Schaf- und Ziegenzuchtverband geführt.

Leistungsdaten

Körpermaße Ziegen Böcke
Gewicht 50-70 kg 70-80 kg
Widerrist 65-75 cm 75-85 cm

Die SSZ besitzt ein ausgeprägtes Euter, mit hoher Milchleistung und leicht melkbaren Zitzen. Die durchschnittliche Jahresmilchmenge beträgt 700 kg.

Eignung und Haltung

Die Steirische Scheckenziege eignet sich für extensive Haltung in allen Landschaftsformen. Hohe Milchleistung und Milchgüte führen zu verstärkter Nachfrage von Ziegenmilchprodukten aller Art. Kitze, Häute, Felle und Hörner ergänzen die Produktpalette und tragen zum Erhalt dieser schönen Rasse bei.

Steirische Scheckenziegen eigenen sich sehr gut zum Freihalten und Roden von Wiesen, die schon stark zugewachsen sind. Die Sträucher und jungen Bäume sind Leckerbissen und werden sofort vernichtet.

Erfahrungsberichte

„Die Steirische Scheckenziege weist ein langes Euter mit langen Zitzen auf. Durch die hohe Milchleistung und die gute Melkbarkeit ist diese Rasse ausgezeichnet zur Milchproduktion geeignet.“ Vinzenz Krobath, Stallhofen

„Die Milchleistung der Steirischen Scheckenziege ist zwar im Durchschnitt hoch, es gibt aber erhebliche Schwankungen. Die Euter sind Stand 2026 nicht mehr lang und mit langen Zitzen, da so lange Euter einerseits ein Verletzungsrisiko für die Ziege darstellen und auch die Kitze, zumindest solange sie noch klein sind, mit solchen Eutern überfordert sind und Hilfestellung beim Trinken brauchen.“ Regina Mittmannsgruber, St. Leonhard

Literatur

Haller, Martin: Seltene Haus- & Nutztierrassen : Martin Haller.- Graz; Stuttgart : Stocker 2000